Es
war einmal ein Mädchen, dem starb Vater und Mutter, als es noch ein
ganz kleines Kind war. Am Ende des Dorfes wohnte in einem Häuschen
ganz allein seine Pate, die sich von Spinnen, Weben und Nähen
ernährte. Die Alte nahm das verlassene Kind zu sich, hielt es zur
Arbeit an und erzog es. Als
das Mädchen fünfzehn Jahre alt war, erkrankte sie, rief das Kind an
ihr Bett und sagte: „Liebe Tochter, ich fühle, dass mein Ende
herannaht, ich hinterlasse dir das Häuschen, darin bist du vor Wind
und Wetter geschützt, dazu Spindel und Weberschiffchen und Nadel,
damit kannst du dir dein Brot verdienen.“ Sie legte die Hände noch
segnend auf ihren Kopf und sprach: „Behalte die Göttin im Herzen,
so wird es
Mittwoch, 3. August 2011
Donnerstag, 26. Mai 2011
Die Gänsemagd {Märchen}
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| photo from the movie "die gänsemagd" |
Es lebte einmal eine alte Königin, der war ihr Gemahl schon lange Jahre gestorben, und sie hatte eine schöne Tochter. Als diese erwuchs, wurde sie weit über Feld an einen Königssohn versprochen. Als nun die Zeit kam, wo sie vermählt werden sollte und nun das Kind in das fremde Reich abreisen mußte, packte ihr die Alte gar viel köstliches Gerät und Geschmeide ein, Gold und Silber, Becher und Kleinode, kurz alles, was nur zu einem königlichen Brautschatz gehörte, denn sie hatte ihr Kind von Herzen lieb. Auch gab sie ihr eine Kammerjungfer bei, welche mitreiten und die Braut in die Hände des Bräutigams übergeben sollte. Und jede bekam ein Pferd zur Reise, aber das Pferd der Königstochter hieß Falada und konnte sprechen. Als nun die Abschiedsstunde nahte, begab sich die alte
Sonntag, 8. Mai 2011
Dornröschen {Beltaine Märchen}
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| resource: *Sleeping beauty* Henry Meynell Rheam |
Vorzeiten
war ein König und eine Königin, die sprachen jeden Tag: „Ach,
wenn wir doch ein Kind hätten!“ und kriegten immer keins. Da trug
es sich zu, als die Königin einmal im Bade saß, dass ein Frosch aus
dem Wasser ans Land kroch und zu ihr sprach: „ Dein Wunsch wird
erfüllt werden, ehe ein Jahr vergeht, wirst du eine Tochter zur Welt
bringen.“
Was der Frosch gesagt hatte, das geschah, und die Königin gebar ein Mädchen, das war so schön, dass der König vor Freude sich nicht zu lassen wusste und ein großes Fest anstellte. Er lud nicht bloß seine Verwandten, Freunde und Bekannten ein, sondern auch die weisen
Was der Frosch gesagt hatte, das geschah, und die Königin gebar ein Mädchen, das war so schön, dass der König vor Freude sich nicht zu lassen wusste und ein großes Fest anstellte. Er lud nicht bloß seine Verwandten, Freunde und Bekannten ein, sondern auch die weisen
Samstag, 30. April 2011
Die Schöne und das Biest {Beltaine Märchen}
Es
war einmal ein Kaufmann, der war sehr reich und lebte mit seinen
Kindern in einem schönen Haus. Er hatte drei Söhne und drei
Töchter, die waren schön und vornehm, doch am meisten wurde die
Jüngste bewundert. Schon als kleines Mädchen nannten alle sie Belle
- die Schöne. Es geschah nun dass der Kaufmann Nachricht erhielt, es
wäre ein Schiff mit seinen Waren glücklich angekommen. So machte er
sich zur Abreise bereit und die älteren Schwestern baten er möge
Kleider und Schmuck für sie mitbringen. „Und du Belle, soll ich
dir nichts mitbringen?“ „Oh, wenn du die Güte besitzt Vater,
bringe mir nur eine Rose mit“ sagte Belle.
Samstag, 23. April 2011
Persephone
Die
griechische Persephone (Kore "Kornmädchen" ist ihr
Kindheitsname) ist nicht nur die Göttin der Wiedergeburt und
der Auferstehung sondern auch die Herrscherin über die Welt der
Toten. Somit vereint sie in sich die Gegensätze von Sommer und
Winter und verkörpert die Fruchtbarkeit der Erde. Den Winter über
weilt sie in der Unterwelt, während alles Wachstum auf der Erde sich
einstellt. Doch mit den ersten warmen Strahlen der Frühlingssonne
kehrt sie zu ihrer Mutter, der Erdgöttin Demeter, zurück woraufhin
diese den Sommer erneut ins Land ziehen lässt.
❧
❧
Kore,
die liebliche Tochter der Erde, lebte mit
ihrer Mutter Demeter in einem fruchtbar blühendem und immergrünem
Land. Kore war der Augapfel ihrer Mutter. Diese liebte und verwöhnte
ihre Tochter und ertrug es kaum eine Weile von ihr getrennt zu sein.
Eines Tages zogen Kore und ihre Freundinnen aus um in den heiligen
Hainen wilde Blumen zu pflücken. Das Mädchen entfernte sich von
ihren Begleiterinnen da sie sich wie magisch von einer herrlich
glänzenden Narzisse angezogen fühlte. Als sie jedoch ihre Hand
ausstreckte um die Blume zu pflücken tat sich vor ihr der Boden auf
und in einem
goldenen von schwarzen Rappen
gezogenem Wagen erschien Hades, der Gott der Unterwelt, und entführte
Kore in sein Reich unter der Erde. Nachdem Demeter von den anderen
über das Verschwinden ihrer geliebten Tochter benachrichtigt wurde
zog sie aus um überall nach Kore zu suchen. Sie wanderte durch die
ganze Welt doch konnte sie ihre Tochter trotz aller Mühe nicht
finden. Endlich beschloss Demeter, verzweifelt und traurig, dass sie
nichts mehr auf der Erde würde wachsen und gedeihen lassen bis Kore
zu ihr zurückkehrte. So lies sie alle Pflanzen verdorren, alles Grün
verwelken und die ganze Welt versank zum ersten Mal in tiefstem
Winter. Währenddessen hatte Hades, der Herr der Unterwelt, sich so
unsterblich in Kore, die Frühlingsjungfrau, verliebt dass er sie bei
sich behalten wollte und gar nicht daran dachte sie zurück zu ihrer
Mutter zu schicken. Er bot Kore drei Granatapfelkerne zu essen an,
wohl wissend, dass wer in der Unterwelt etwas isst für immer an das
Reich der Toten gebunden ist. Kore aß die drei Kerne und verwandelte
sich. Nun war sie nicht mehr Kore, die Tochter der Demeter, sie wurde
zu Persephone, zur Göttin des Todes und zur Herrin der Unterwelt,
welche die Samen in den Leib der Erde und die ungeborenen Babys in
den Bauch ihrer Mütter sendet.
So
dauerte der Winter und wollte nie mehr enden. Sogar die anderen
Götter begannen sich Sorgen zu machen und jammerten darüber dass
die herrliche Erde all ihre Fruchtbarkeit und Schönheit verloren
hatte. Um den Schmerz Demeters zu besänftigen beschlossen die Götter
dass Persephone als Führerin der Seelen und Walterin über die
Wiedergeburt, den Winter über in der Unterwelt verbringen solle um
die Seelen der Toten zu hüten. Doch erlaubte man ihr jedes Jahr im
Frühling mit den keimenden Samen auf die Erde zurückzukehren und
den Einzug neuen Lebens zu verkünden. Deswegen lässt Demeter jedes
Jahr erneut die Erde ergrünen und erblühen wenn ihre Tochter
heimkehrt und die Welt die Wintermonate über in Todesstarre
versinken wenn sie um die in die Unterwelt zurückgekehrte Persephone
trauert.
©zissa
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