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Mittwoch, 21. Dezember 2016

Kleine grüne Hexe {Halloween Märchen}



Es war einmal, tief in einem verzauberten Wald, da lebten ein Gespenst, eine Fledermaus, ein Kobold und eine kleine grüne Hexe, alle zusammen in einem verwitterten alten Haus.
Das Gespenst liebte es faul über dem dampfenden Kessel zu schweben.
Die Fledermaus liebte es dösend im Besenschrank zu hängen.
Und der Kobold liebte es in dem feuchten Regal unter dem Waschbecken ein Nickerchen zu halten.
Die kleine grüne Hexe musste die ganze Hausarbeit allein machen.

Sonntag, 20. Dezember 2015

Der Graf & die Schwanenjungfrau {Rauhnacht Märchen}


Vor langer, langer Zeit lebte in Lothringen einmal ein Graf, der große Freude an der Jagd hatte. Nun geschah es, dass er an einem stillen Abend Wasserenten nachstellte. Da sah er plötzlich drei Schwäne heranfliegen. Die warfen ihre Schwanenkleider ab, und es waren drei wunderschöne Jungfrauen. Der Graf nahm heimlich das Schwanenkleid der Jüngsten, und sie mußte ihm nachfolgen. Da der Graf jung und schön war, begann sie ihn zu lieben und nahm ihn zum Manne. Zu ihrem Mann aber sagte sie: "Wenn ich je wieder mein Schwanenkleid vor mir sehe, dann muss ich von dir weg in die weite Welt fliegen." Daraufhin gab der Graf das Schwanenkleid seiner alten Mutter zur Aufbewahrung. Nun waren sie schon sieben Jahre verheiratet und hatten drei Kinder. Da geschah es einmal, daß die alte Mutter des Grafen in ihrer Kammer kramte. Dabei fiel ihr das Schwanenkleid in

Sonntag, 6. Dezember 2015

Knecht Ruprecht {Jule Märchen}


Einmal, so im Mittwinter, als der wilde Jäger unterwegs war, verlor ein Tier aus seinem Gefolge die Eisen. Sein Reiter musste mit dem Pferd und Hund zurückbleiben und verirrte sich als er den hohen Zug einholen wollte. Endlich stieß er auf die Hütte einer armen Witwe, die hauste mit ihren Kindern mitten im Wald. Der Reiter, ein alter graubärtiger Geselle, warf die Tür auf, trat mit dem Hund ein, der auch gleich die Kleinen anfuhr, dass eines von ihnenniederstürzte, und verlangte zu essen und zu trinken. Die arme Frau erschrak sehr. Sie fragte nicht nach dem Namen, noch nach dem Woher und Wohin, brachte hastig, was gerade auf dem Herd stand, und wollte den Gast zufrieden stellen. Der aß und trank,

Sonntag, 25. Oktober 2015

Die kleine Raupe {Ostara Märchen}

 
Es war einmal eine kleine Raupe, die war so klein, dass kaum jemand sie beachtete. Darum begann sie eines Tages beim Umherkriechen im Gemüsebeet damit leise vor sich hinzumurmeln: "Was aus mir noch einmal wird! Was aus mir noch einmal wird!" Zwischendurch fraß sie mal hier und mal dort, drehte den Kopf mal nach links, mal nach rechts und flüsterte wieder und wieder: "Was aus mir noch einmal wird!" Da kam sie in die Nähe des großen Kohlkopfes. Rund und dick schaute er auf sie herab und fragte mitleidig: "Was bist denn du für ein kleines Würmchen?" Die Raupe aber kroch einfach weiter und sagte: "Was aus mir noch einmal wird!" Da kam sie in die Nähe des Stachelbeerstrauches. Der fragte spitz, wie es so seine Art war: "Wer bist denn du?" Aber die kleine Raupe kroch in aller Ruhe weiter und sagte: "Was aus mir noch einmal wird!" Zuletzt kam sie zum

Mittwoch, 10. September 2014

Der Apfel*Stern {Mabon Märchen}

Der Apfel ist Symbol für Liebe, Fruchtbarkeit, Gesundheit und Frieden.
Ermutige dein Kind dazu einen Apfel mit seinen Händen zu umfassen, zu betasten und an ihm zu schnuppern. Oben befindet sich der Stängel, mit dem der Apfel am Baum hing und unten der alte Blütenstand. Aus einer zarten, kleinen Apfelblüte wächst ein Apfel. Schneidet man ihn quer auf, so erscheint das Kerngehäuse als 5 zackiger Stern. Lest gemeinsam eine der beiden folgenden Geschichten, lasse dein Kind den Apfel betrachten und den darin verborgenen kleinen Stern entdecken. Im Inneren eines jeden Apfels schlafen keine Babysamen in ihren Stübchen und warten darauf, dass Mama Erde sie zum Leben erweckt!


Es war einmal ein kleiner Junge, der den ganzen Tag gespielt hatte. Er hatte mit all seinen Spielsachen gespielt und er hatte alle Spiele die er kannte gespielt, und nun fiel ihm nichts mehr ein was er hätte Spielen können. Also ging der Junge zu seiner Mutter und fragte, "Mama, was soll ich tun?" Da sagte seine Mutter, "Ich kenne ein kleines rotes Haus, ohne Türen und ohne Fenster, mit einem Stern im Inneren. Du kann das kleine Haus finden wenn du losziehst um es zu suchen." So ging der kleine Junge nach draußen und dort traf er ein kleines Mädchen. Er fragte es, "Weißt du, wo das kleine rote Haus, ohne Türen und ohne Fenster, mit einem Stern im Inneren, ist?" Das kleine Mädchen sagte, "Nein, ich weiß nicht wo das kleine rote Haus, ohne Türen und ohne Fenster, mit einem Stern im Inneren, ist. Aber du kannst meinen Papa fragen. Er ist Bauer und weiß viele Dinge. Er ist im Stall und vielleicht kann er dir helfen." So ging der kleine Junge in den Stall zum Bauern und fragte ihn, "Weißt du, wo das kleine rote Haus, ohne Türen und ohne Fenster, mit einem Stern im Inneren, ist?" "Leider nein," sagte der Bauer, "Ich weiß es nicht, aber warum fragtst du nicht Großmutter. Sie ist in ihrem Haus, oben auf dem Hügel. Sie ist sehr weise und ihr sind vielerlei Dinge bekannt. Vielleicht kann sie dir helfen." So stieg der kleine Junge auf den Hügel, ging zur Großmutter und fragte, "Weißt du, wo das kleine rote Haus, ohne Türen und ohne Fenster, mit einem Stern im Inneren, ist?" "Leider nein," antwortete die Großmutter, "Ich weiß es nicht, aber warum fragst du nicht Bruder Wind, den Bruder Wind weht überall, ich bin mir sicher er kann dir helfen." So ging der kleine Junge auf die Wiese und rief Bruder Wind zu, "Weißt du, wo das kleine rote Haus, ohne Türen und ohne Fenster, mit einem Stern im Inneren, ist?" Und Bruder Wind sagte: "Ooohhhiii!" Der kleine Junge dachte, dass es sich genauso anghört hatte wie: "Komm mit mir!" Also lief der kleine Junge hinter Bruder Wind her. Er rannte über das Gras und in den Obstgarten - und dort fand er das kleine Haus - das kleine rote Haus, ohne Türen und ohne Fenster, mit einem Stern im Inneren. Er hob das kleine Häuschen hoch und es füllte seine beiden Hände. Er lief nach Hause zu seiner Mutter und rief: "Schau, Mami! Ich habe das kleine rote Haus, ohne Türen und ohne Fenster, gefunden. Aber ich kann den Stern nicht sehen!" Wisst ihr was seine Mami da machte? 

Nun den Apfel in der Mitte durch schneiden (!nicht von oben nach unten!)

"Jetzt kann ich den Stern sehen!" staunte der kleine Junge und seine Augen leuchteten vor Freude.

Es war einmal vor langer, langer Zeit, da wuchs in einem Obstgarten ein junger Apfelbaum. Jede Nacht blickte er auf zum Himmel und bewunderte die glänzenden, strahlenden Sterne. Wie sehr er sich wünschte einen dieser wunderschönen Sterne sein eigen nenne zu können. 
Eines Nachts kam eine Fee in den Obstgarten und versprach dem jungen Baum die Erfüllung eines Wunsches. Ohne zu Zögern wünschte sich der Baum einen Stern. Die Fee versprach dem Apfelbaum, dass wenn er ein guter Baum werden würde, groß und stark, voll roter, reifer Äpfel, sein Wunsch in Erfüllung gehen würde. Der junge Apfelbaum gab sein bestes. An jedem Sonnentag hob er seine Blätter der goldenen Sonne entgegen und an jedem Regentag trank er mit seinen Wurzeln das Wasser aus der Erde, welches er zum Wachsen benötigte. Nach unzähligen Jahreszeiten, und viel harter Arbeit, war der kleine Apfelbaum schließlich einer der größten Bäume im Obstgarten geworden. Seine Zweige hingen voller reifer, roter Äpfel. Sehnsüchtig wartete er auf die Rückkehr der Fee, damit er ihr zeigen konnte, was für ein großer, starker Apfelbaum geworden war, damit sein sehnlichster Wunsch sich erfüllen konnte. Der Apfelbaum begann bereits die Hoffnung zu verlieren, als eines Tages endlich die Fee zurückkehrte. Da schüttelte der Baum vor Aufregung seine Zweige, und zeigte seine starken Äste und seine wunderschönen roten Äpfel. 
"Schau nur, Fee!", rief er, "wie hart ich gearbeitet habe und wie geduldig ich auf dich gewartet habe. Wann erfüllst du mir endlich meinen Wunsch. Wann bekomme ich meinen ganz eigenen glänzenden-strahlenden Stern?" "Aber mein lieber Apfelbaum", sprach da die Fee verwundert, "dein Wunsch ist doch schon längst in Erfüllung gegangen. Du trägst an deine Zweigen nicht nur einen, sondern so viele Sterne wie es sie am Himmelszelt gibt!" "Aber wo?", fragte der Apfelbaum, "alles was ich an meinen Zweigen sehen kann sind Blätter und rote Äpfel." Da antwortete die Fee sanft: "Wirf nur einen Blick in einen dieser Äpfel. Dort wirst du einen besonderen, geheimen, versteckten Stern finden. Und jeder der sich einen dieser Äpfel, für die du so hart gearbeitet hast, pflücken wird, wird den Stern entdecken und sich sehr darüber freuen."
 ☆

Take an apple round and red,
don´t slice down, slice through instead.
Right inside it you will see,
a star as pretty as can be,
a special star for you and me.

 
In meinem kleinen Apfel
 
 In meinem kleinen Apfel,
da sieht es lustig aus:
es sind darin fünf Stübchen,
grad' wie in einem Haus.

In jedem Stübchen wohnen
zwei Kernchen schwarz und fein,
die liegen drin und träumen
vom lieben Sonnenschein.

Sie träumen auch noch weiter
gar einen schönen Traum,
wie sie einst werden hängen
am schönen Weihnachtsbaum.

Freitag, 13. Dezember 2013

Alles zu seiner Zeit {Jule Märchen}


Die Göttin saß tief unten im Herzen der Erde am Feuer und wärmte ihre kraftvollen alten Hände an den lodernden Flammen von Lava und Glut. Lächelnd murmelte sie leise Worte der Magie und des Zaubers vor sich hin. Nur wenige versteckte Pfade reichen bis in ihr Zuhause, in die Tiefen der Berge, zum Mittelpunkt der Erde. Es ist nicht leicht zu ihr zu gelangen und wenig Besuch bekam sie um diese Zeit. Nur die Wurzeln der ältesten und weisesten Bäume waren durch die harte Kruste der Erde bis zu ihren Höhlen hinabgewachsen. Die stärksten Wurzeln schlangen sich liebevoll um das Feuer der Göttin

Freitag, 22. November 2013

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel {Samhain Märchen}

resource: Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
Es lebte einst ein liebreizendes Mädchen glücklich mit seinen Eltern auf einem alten Gutshof. Die Eltern liebten ihre Tochter von Herzen. Der Vater schenkte ihm ein schneeweißes Pferd und die Mutter nähte ihm herrliche warme Kleider für die eisigen Winter. Eines Tages aber wurde die Mutter sehr krank und als sie spürte, dass ihr Ende nahte, rief sie das Mädchen zu sich ans Bett und sprach: "Mein liebes Kind, bleib freundlich und gut, und ich werde vom Himmel aus immer ein Auge auf dich haben und bei dir sein" Da schloss die Mutter die Augen und starb. Das Mädchen war sehr traurig, doch gemeinsam mit seinem Vater erinnerte es sich voll Liebe an die Mutter und besuchte oft

Dienstag, 5. November 2013

Oengus Traum {Samhain Märchen}

Oengus war ein Feenprinz und der Sohn von Dagda, dem Vater aller Götter. Eines Nachts geschah es dass Oengus im Schlaf eine Gestalt an sein Bett treten sah. Ein lieblicher Duft nach Apfelblüten stieg ihm in die Nase und als er sich aufsetzte erkannte er im Dämmerlicht, dass es die schönste Jungfrau war, die er je in Èriu (Irland) je gesehen hatte. Ihre Stimme war so lieblich und rein und ein sanftes Licht schien sie zu umstrahlen. Es war Caer, die Tochter von Ethal. Oengus verliebte sich auf den ersten Blick in sie und er wollte schon nach ihrer Hand greifen und sie an sich ziehen, da wich sie plötzlich von ihm und verschwand. Und Oengus wusste nicht wohin. Ein Jahr lang sah er das Mädchen in seinen

Freitag, 1. November 2013

Das Knusperhäuschen im Wald {Samhain Märchen}

Es war einmal, da lebte ein armer Holzfäller mit seiner Frau und seinen zwei Kindern vor einem großen Wald. Der Junge hieß Hänsel und das Mädchen Gretel. Die Familie war arm und der Mann konnte kaum das tägliche Brot beschaffen. Nachts lag er wach im Bett und konnte nicht einschlafen, da er sich vor Sorgen von einer Seite auf die andere wälzte. Er seufzte tief und sagte zu seiner Frau: „Was soll aus uns werden? Wie können wir unsere armen Kinder ernähren, da wir für uns selbst nichts mehr haben?“ – „Weißt du was, Mann“, antwortete die Frau, „ es bleibt uns nichts anderes als morgen in aller Frühe die Kinder hinaus in den Wald zu führen, wo er am dichtesten ist. Da machen wir ihnen ein Feuer an und geben jedem noch ein Stückchen Brot. Dann gehen wir beide an unsere Arbeit und

Cerridwen & Taliesin {Samhain Märchen}

Einst lebte die große Göttin Cerridwen mit ihren Kindern Creidwy (Kriäri) und Morfan auf der Insel Pwellyn. Creidwy war die schönste und lieblichste Jungfrau die man sich nur vorstellen kann. Ihr Bruder Morfan aber, der Ärmste, war so hässlich, dass all ihn nur „Afagddu“ (Abosi) nannten, was bedeutet „tiefste Finsternis“. Sein Körper war so behaart wie ein Hirsch und zu allem Überfluss hatte er ein so schlechtes und unmögliches Benehmen, dass keiner sich mit ihm abgeben wollte. Cerridwen macht sich deswegen große Sorgen um ihn und wollte ihrem Sohn helfen, da sie Angst hatte er würde niemals Freunde finden. So beschloss sie einen Zaubertrank zu brauen, welcher ihn nicht nur schön von Ansehen und Gestalt, sondern auch weise und klug machen würde. Er sollte ein großer

Sonntag, 22. September 2013

Etain und Midir {Mabon Märchen}

Einst lebte in Irland eine wunderschöne Königstochter namens Etain (Eh-tin), die Strahlende. Etain war von der selben Schönheit wie die Sonne, ihr goldenes Haar glich fein gesponnenem Sommerkorn. Ihre Augen glühten wie die blauen Kornblumen im Feld. Ihr Mund glich dem roten Mohn der lieblich wie ein Schmetterling in der flirrenden Brise tanzt. Erblickte jemand etwas, dass er für schön hielt, wollte man es nicht als schön bezeichnen, bis man es nicht mit Etain verglichen und festgestellt hatte, dass nichts und niemand so herrlich war wie sie. So kam es, dass Midir (Mei-ter), der Herr der Feen, sich  unsterblich in sie verliebte als er sie zum ersten Mal erblickte und schließlich um ihre Hand anhielt. Etains Vater, welcher seine Tochter sehr liebte, wollte sie dem Feenprinzen jedoch nicht ohne

Sonntag, 8. September 2013

Die riesengroße Rüber {Mabon Märchen}


Es war einmal ein alter Großvater, der lebte mit seiner Frau, seiner Enkelin, einem kleinen braunen Hund, einer kleinen grauen Katze und einem rosanäsigen Mäuschen in einem großen, alten Bauernhaus. Eines Tages sagte der Großvater zur Großmutter: "Großmutter, ich werde einen Rübensamen sähen. Wenn er wächst und gedeiht werden wir eine leckere Rübensuppe essen. Er nahm den Samen und pflanzte ihn in ein Fleckchen gesunder brauner Erde. Jeden Tag kam er goß den kleinen Samen in der Erde mit seiner Gießkanne voll Wasser. Als die Blitz- & Donnermänner kamen, tanzten die Regentropfen auf das Samenkorn herab. Die Sonnenstrahlen hielten das Samenkorn warm. Wachse & werde

Dienstag, 27. August 2013

Das verschwundene Sonnenkind {Mabon Märchen}

Mabon (Mejbun), das Kind des Lichtes, der liebliche Sohn der Sonne, war seiner Mutter Modron gestohlen worden. Und Modron, die Beschützerin der Erde, verzagte vor Kummer und Gramm, sie konnten ihren kleinen Sohn nicht mehr finden. Sie weinte, weinte und vergoss tausend Tränen. Wo war Mabon, ihr liebes Kind? Er war doch noch so klein, nur drei Jahre alt. Niemand vermochte es zu sagen. Er war vom Angesicht der Mutter Erde verschwunden, wie das Sommergrün mit dem Einzug des Winters verschwindet. Nicht mehr länger lachte und spielte er im hellen Sonnenschein, er der junge liebliche Sonnengott. Sein Licht war verborgen. Die Dunkelheit hatte ihn verschlungen und hielt in versteckt. Alles Suchen nach ihm blieb vergeb­lich. Da sandte König Arthur seine vier fähigsten Ritter,

Donnerstag, 15. August 2013

Die kleine Seejungfrau {Lughnasadh Märchen}

resource: John William Waterhouse
 
Weit draußen im Meer ist das Wasser so blau wie die Blätter der schönsten Kornblume und so klar wie das reinste Glas. Aber es ist sehr tief, tiefer, als irgendein Ankertau reicht; viele Türme müssten aufeinandergestellt werden um vom Grund bis über das Wasser zu reichen. Dort unten wohnt das Meervolk. Nun muss man aber nicht glauben, dass da nur der nackte weiße Sandboden sei, nein, da wachsen die sonderbarsten Bäume und Pflanzen, die so geschmeidig sind, dass sie sich bei der geringsten Bewegung des Wassers rühren, als würden sie tanzen. Kleine und große Fische schlüpfen zwischen den Zweigen hindurch, so wie es hier oben die Vögel tun. An der allertiefsten Stelle liegt des Meerkönigs Schloss. Die

Mittwoch, 7. August 2013

Das Kräuterweiblein {Lughnasadh Märchen}

Vor langer, langer Zeit lebten einst viele kleine Zwerge. Als damals der Sommer vorüber war da gingen die Zwerge des abends auf die Heide. Ihre Körbchen, viele kleine Körbchen, nahmen sie mit. Sie suchten die unterschiedlichsten Kräuter: Pfefferminze, Melisse, Kamille und viele mehr auf der Heide. Eines abends nun, im späten Sommer gingen sie wieder einmal mit ihren Körbchen hinaus, um sich verschiedene Kräuter für den kalten Winter zu suchen. Aus den Kräutern kochten sie nämlich Tee, der ihnen helfen sollte, im Winter gesund zu bleiben. Als sie aber am Wald, bei Birken und Büschen ankamen, da war nicht ein einziges Kräutlein auf der Wiese. Keine Pfefferminze, keine Kamille, keine Melisse,

Sonntag, 28. Juli 2013

Blaues Kornmädchen und Wintermann {Lughnasadh Märchen}

resource: Chery Lyn
Blaues Kornmädchen war die Schönste unter ihren Schwestern. Das Lieblichste aller Kornmädchen dieser Welt. Die Menschen liebten und verehrten sie und besonders mochten sie das köstliche Korn welches sie das ganze Jahr über für sie wachsen lies. Doch war sie nicht nur wunderschön sondern auch von sanftem und wohlwollendem Wesen. Sie brachte den Menschen ihres Volkes Frieden und Glück. Eines kalten ungnädigen Winters machte Blaues Kornmädchen sich auf den Weg um Feuerholz zu sammeln damit sie sich die Nacht über vor den grausam eisigen Winden schützen konnte. Als sie nun draußen in den Wäldern herumwanderte sah sie plötzlich Wintermann. Wintermann ist der Geist welcher den Winter ins Land bringt und die Erde in Schnee und Eis hüllt. Er trägt eine blauweiße

Samstag, 22. Juni 2013

Rotkäppchen {Märchen}



Es war einmal ein kleines süsses Mädchen, das hatte jedermann lieb, der sie nur ansah, am allerliebsten aber ihre Grossmutter, die wusste gar nicht, was sie alles dem Kinde geben sollte. Einmal schenkte sie ihm ein Käppchen von rotem Samt, und weil ihm das so wohl stand, und es nichts anders mehr tragen wollte, hiess es nur das Rotkäppchen. Eines Tages sprach seine Mutter zu ihm: "Komm, Rotkäppchen, da hast du ein Stück Kuchen und eine Flasche Wein, bring das der Grossmutter hinaus; sie ist krank und schwach und wird sich daran laben. Mach dich auf, bevor es heiss wird, und wenn du hinauskommst, so geh hübsch sittsam und lauf nicht vom Wege ab, sonst fällst du und zerbrichst das Glas, und die

Freitag, 21. Juni 2013

Die wilden Schwäne {Litha Märchen}


Weit von hier, in einem fernen Land, dort, wo die Schwalben hinfliegen, wenn hier bei uns Winter ist, lebte ein König, der elf Söhne und eine Tochter namens Alisa hatte. Oh, die Kinder hatten es sehr gut, aber so sollte es nicht immer bleiben! Ihr Vater, der König über das ganze Land war, verheiratete sich mit einer bösen Königin, die den armen Kindern gar nicht gut war. Eine Woche nach der prachtvollen Hochzeit brachte sie die kleine Alisa aufs Land zu einem Bauern, und lange währte es nicht, da redete sie dem König so von den armen Prinzen vor, dass er sich gar nicht mehr um sie kümmerte. „Fliegt hinaus in die Welt und ernährt euch selbst“, sagte die böse Königin eines Tages „fliegt wie große Vögel ohne Stimme!“ Aber sie konnte es doch nicht so schlimm machen, wie sie gern wollte; sie wurden

Gawain und der grünen Ritter {Litha Märchen}

resource

Arthur und seine Ritter hatten am Tage vor Jule Gericht auf Burg Camelot gehalten. Als nun, nach getaner Arbeit, der ganze Hof fröhlich schmausend beisammen saß, stürmte plötzlich und unerwartet ein hünenhafter grün gewandeter Ritter auf einem ebenso grünen Pferde in die Hallen der Burg. Der Ritter war riesengroß und schien unbezwingbar und alles verstummte vor Schreck, während er vor Arthurs Thron seine Streitaxt zog und brüllte: „Einer deiner Ritter, König Arthur, kann meine Axt erheben und einen einzigen Schlag damit gegen mich ausführen. Unter der Bedingung jedoch dass, sollte ich ihn überleben, ich den Schlag demjenigen Ritter genau in einem halben Jahr, an Litha, zurückzahlen werde!“ Sir Gawain (sein Name bedeutet Maifalke), der Jüngste unter Arthurs Rittern, nahm leichten

Sonntag, 10. März 2013

Gänseblümchen & Küken {Märchen}


L , mein Frühlingsmädchen, hilft Gack-Gack dabei ihre kleinen Küken-Kinder wieder zu finden ♥


Es war einmal, vor gar nicht allzu langer Zeit, da lebte ein Mädchen in einem wunderschönen Fliegenpilz-Häuschen.
Die beste Freundin des kleinen Mädchens war ihre Henne, die hieß „Gack-Gack“. Gack-Gack war die Mutter von fünf kleinen flauschigen Küken-Babys. Eines Tages konnten die beiden die Baby-Küken nirgendwo finden. Da machten sich das Mädchen und Gack-Gack auf um die Kleinen zu suchen.

 Fünf kleine Küken, was für ein Schreck,
aus ihrem Garten liefen sie weg.
Mama Huhn, sie sorgt sich sehr.
Gack, gack, gack“ - läuft hinterher.
"Piep, piep, piep“ - was für ein Glück,
das erste kleine Küken ist schon zurück.

(4 kleine Küken, 3 kleine Küken, 2 kleine Küken)

Bald hatten das Mädchen und Henne Gack-Gack, vier der Küken-Babys gefunden. Aber eines der Küken war noch immer verschwunden. Wo konnte es denn nur sein?
 
Ein kleines Küken, was für ein Schreck,
aus seinem Garten lief es weg.
Mama Huhn, sie sorgt sich sehr
Gack, gack, gack“ - läuft hinterher.
"Piep, piep, piep“ - was für ein Glück,
das letzte kleine Küken ist schon zurück. 
 
Das fünfte kleine Küken war auf dem Dach des Fliegenpilz-Häuschens eingeschlafen, darum hatte es die anderen nicht rufen hören. Mama Huhn umarmte ihre fünf Küken-Kinder ganz fest. Sie war glücklich sie alle gesund und munter wieder gefunden zu haben. Das kleine Mädchen war auch glücklich. Es holte seine Babypuppe und drückte sie ganz fest.
 
*
 
Alle Kinder kennen und lieben das Gänseblümchen ♥, es wird auch Tausendschönchen, Himmelsblume, Sonnentürchen und Seelentrösterchen genannt. Es ist eine Feen- & Elfenblume, die Fröhlichkeit, Kreativität & Licht zaubert und besonders im Frühling entschlackt und neue Energie gibt.

Ein Tee aus Gänseblümchenköpfen hilft bei Menstruationsschmerzen & Stimmungsschwankungen – 2 TL frische Blütenköpfe mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 15 Min. ziehen lassen. Junge Gänseblümchenblätter kann man in Salat & Gemüsegerichte geben, die Blütenköpfe in Suppe, Salat oder Süßspeisen. Man kann sie auch in Eiswürfeln einfrieren- sieht wunderschön aus.