Donnerstag, 29. September 2011

Erntetanz des kleinen Volkes {Mabon Traumpfad}

Lege dich bequem hin. * Schließe deine Augen. * Strecke deine Beine aus. Entspanne sie und lasse sie ganz locker und schwer in die Erde sinken. * Nun strecke deine Arme entspannt neben dir aus, lass sie ganz locker und schwer werden. Lasse sie in die Erde hinab sinken. * Ganz tief hinab. * Auch dein Nacken und deine Schultern fühlen sich locker und entspannt an.* Sie werden ganz angenehm schwer. * Ganz weich liegst du auf der Erde. * Dein ganzer Körper fühlt sich angenehm und entspannt an. * Dein Atem fließt ruhig und leicht. * Dein Körper fühlt sich ganz warm an. * Stelle dir vor, es ist eine angenehm warme Herbstnacht. * Du gehst langsam über eine Wiese. * Mit deinen nackten Füßen fühlst du die warme Erde unter dir. * Ein milder lauer Wind streichelt dein Gesicht. * Er spielt und lässt deine Haare wehen. * Dein Gesicht fühlt sich ganz entspannt und weich an. * Mmmh. Der Wind duftet nach würzigen Herbstblättern und Kartoffelfeuern. * Du blickst zum Himmel empor. * Dort steht der Mond rund und voll. * Er schüttet sein silbernes Licht über dich. * Du bist ganz für dich. * In der Ferne glänzt der dunkle Wald. * Von dort erklingt Musik, leise und wundersam.* Sanft und wehmütig. * Traurig und fröhlich zugleich.* Die Musik hat dich verzaubert. * Wie magisch von ihr angezogen folgst du der Melodie. * Immer näher kommst du. * Die Musik wird lauter. Und da * zwischen den Obstbäumen am lichten Rand des Waldes, * hat das kleine Volk sein Herbstfeuer entzündet.
Zwerge, Wichtel, Elfen und Feen, * tanzen vergnügt ums Feuer. * Das Feuer lodert hell *  prasselt knisternd und zischend.* Der warme Schein streichelt dein Gesicht.* Die kleinen lieben Wesen bitten dich in ihren Kreis. * Du tanzt mit ihnen.*  Mit den lustigen Zwergen, * den anmutigen Feen, * den kichernden Wichteln, * den gaukelnden Elfen.* Bewegst dich zum Klang der Musik. * Bewegst Arme und Beine in herrlichem Tanz. * Es scheint dir, als würdest du schweben. * Als würdest du mit den Funken des Feuers nach oben steigen. * Wie ein kleiner Stern fliegst du mit den Feuerelfchen ums knisternde Feuerspiel. *  Du fühlst die Musik in dir. * Du fühlst dich wohl. * Du tanzt unterm vollen Mond, * und streckst ihm deine Arme entgegen. * Du tanzt so lange, bis du wohlig erschöpft auf den weichen Erdboden sinkst. * Dort bleibst du liegen. * Und ruhst dich aus. * Langsam verklingt die Musik um dich. * Du ruhst dich aus. * Es ist wieder still. * Nur dein Atem geht langsam ein und aus. * Ein und aus. *  Stille. * Ruhe. * Langsam beginnst du dich zu bewegen, * zu recken und zu strecken. * Du räkelst dich, * Und gähnst, wie ein kleines Kätzchen. * Du öffnest die Augen und bist wieder zu hause. *

©zissa

Samstag, 3. September 2011

Maismutter {Mabon Märchen}

 
Kurz nachdem die Welt erschaffen war, lebten die Indianer in einfachen Hütten, zogen im Lande umher und suchten mühsam ihre Nahrung, wo sie diese finden konnten. Eines Tages tauchte in einem Lager am Ufer eines Flusses eine alte Frau auf, sie sehr abgerissen und halb verhungert aussah. Die Männer waren alle auf der Jagd, und die meisten Frauen und Mädchen sammelten am Flussufer Wurzeln und Wildgemüse. Nur ein paar Kinder und junge Mädchen waren im Lager geblieben, um das Feuer zu unterhalten. Als sie das alte Weib sahen, sagten sie zu ihr: „Hier ist kein Platz für dich. Warum gehst du nicht ins nächste Lager? Wir haben nichts zu verschenken.“ Ohne ein Wort zog die Alte weiter und

Freitag, 2. September 2011

Die Bäume unseres Gartens ehren




Auf den britischen Inseln zelebrieren die Familien dieses Wassail-Ritual zu Jule. Wir feiern es um nach der Obsternte Liebe und Dankbarkeit mit den Bäumen unserer Familie zu teilen. Sobald wir den ersten selbstgepressten Apfelsaft aus den Äpfeln unserer Bäume erhalten, füllen wir etwas davon in einen Kelch und versammeln uns damit unter unserem ältesten Apfelbaum. 

Um ihn zu ehren, tunken wir einen seiner Zweige in den Kelch und bedanken uns bei ihm und den anderen Bäumen für ihre reichen Erntegaben. Anschließend nimmt jedes Familienmitglied einen Schluck aus dem Kelch. Den Rest des Saftes schütten wir über die Wurzeln der Bäume um auch diese zu tränken. 



Ich hol mir eine Leiter
und stell sie an den Apfelbaum.
Dann steig ich immer weiter,
so hoch, man sieht mich kaum.


Ich pflücke, ich pflücke,
mal über mir, mal unter mir.
mal rechts von mir, mal links von mir,
mein ganzes Körbchen voll.


Dann steig ich immer weiter
und halt mich an den Zweigen fest.
Dann setz' ich mich gemütlich
auf einen dicken Ast.


Ich schaukle, ich schaukle
Diwippdiwapp, diwippdiwapp.
und falle nicht hinab.



Das ist ein Apfelbäumchen, das ist ein Pflaumenbaum. 
Sie hängen voller Früchte, man sieht die Blätter kaum.
Da kommt der Wind geblasen, huhu, der zaust sie sehr, 
hu, das ist nicht zum Spaßen, er zaust sie immer mehr.
Hu, jetzt wird´s immer bunter, und holterdipolter 
geschwind plumpst alles, alles herunter – 
schönen Dank, lieber Blasewind.
 
Ellbogen aufstützen, Finger beider Hände spreizen (Baumkrone), blasen, Hand hin und herbewegen, Früchte purzeln runter: Finger einzeln beugen, Hände in den Schoß fallen lassen 
 
 Fingerspiel von den Äpfeln
 
Der este Apfel hängt hoch im Baum
und träumt einen tiefen Apfeltraum.
Den zweiten Apfel, wehe, wehe,
den packt die alte schwarze Krähe.
Den dritten Apfel, den pflückt sich der Klaus,
das gibt einen saftigen Apfelschmaus.
Den vierten Apfel, den packt sich der Wind
und wirf ihn weit ins Gras geschwind.
Den fünften Apfel, den pflück ich mir,
 ich reib ihn ab und schenk in dir.
 
 ❧
 
Der große Apfelbaum
 
Da steht der große Apfelbaum.
Da kommt der kleine Zottelsaum.
Er will die ganzen Äpfel klau´n. 
Er klettert hoch, von Ast zu Ast,
hat alle Äpfel angefasst.
Der erste, der schmeckt sauer, brrr.
Der zweite, der hat einen Wurm, igittigitt.
Der dritte, der ist faul, pfui.
Der vierte, der hat eine Wespe, ssss.
Der fünfte Apfel, der ist klein, der schmeckt fein, mmmh.
Da kommt der große Pustewind, huuu.
Da wackelt aber der Apfelbaum.
Da zappelt aber der Zottelsaum.     
Plumps, da fällt er hinunter. 

Samstag, 27. August 2011

Der alte Zauberwald {Lughnasadh Traumpfad}

resource: artist James Yale
 
Schließe deine Augen.* Stell dir vor, du liegst ausgestreckt in deinem warmen Bett. * Deine Füße und Beine fühlen sich ganz schwer an. * Deine Hände und Arme fühlen sich ganz schwer an. * Dein ganzer Körper fühlt sich angenehm warm und schwer an. * Du atmest langsam und gleichmäßig ein und aus. * Stell dir vor, * du hast einen Traum.* Ein in weißes Mondlicht gebadetes Einhorn trabt in dein Zimmer.* Genau neben deinem Bett bleibt es stehen. * Das spiralförmige Elfenbeinhorn auf seinem Kopf glitzert wie ein Stern.* Auffordernd senkt es den Kopf und wiehert dir zu. * Das Einhorn, möchte, dass du auf dich auf seinen Rücken schwingst.* Du greifst in seine seidenweiche Mähne und ziehst dich auf den breiten Rücken des Tieres. * Schon sitzt du bequem und weich auf dem herrlichen Pferd.* Das Einhorn nimmt dich mit auf eine Reise.* Schnell wie der Wind galoppiert es mit dir durch den Zauberwald.* Deine Hände graben sich fest in seine schneeweiße Mähne.* Immer schneller – wie im Flug – stürmt ihr durch den Wald.* Vorbei an uralten knorrigen Bäumen. Vorbei an verzauberten Schlössern und Türmen. * Der Wind weht dir angenehm und frisch um die Nase. * Du atmest ihn tief ein. * Du fühlst dich so glücklich und frei. * Du genießt den stürmischen Ritt. * Da bleibt das Einhorn auf einer kleinen versteckten Waldlichtung stehen. * Du gleitest von seinem weißen Rücken. * Dort an der tiefsten Stelle des Waldes liegt ein uralter bemooster Brunnen. * Aus dem Felsen aus welchem er vor vielen ungezählten Jahren gebaut wurde sprudelt frisches klares Quellwasser. * Fröhlich gluckst und gurgelt das Wasser vor sich hin. * Du trittst näher und blickst in den Brunnen. Sein Wasser ist so rein. * Es schimmert smaragdgrün.* Mit beiden Händen schöpfst du das perlende Wasser und nimmst einen tiefen Schluck davon. * Es schmeckt kühl und köstlich. * Du fühlst dich erfrischt und von Kraft erfüllt. * Auf den Blättern der großen Wasserlilien und Seerosen sitzen kleine durchsichtige Elfen mit zarten Flügeln. * Sie lächeln dir schüchtern zu. * Dann breiten sie ihre Schmetterlingsflügel aus und schwirren wie kleine Libellen um dich herum. * Du hörst ihr leises Lachen. * Du legst dich nahe dem Brunnen ins weiche Gras. * Und träumst noch ein wenig vor dich hin. * Von Prinzessinnen, welche an diesem Brunnen verzauberte Frösche küssen. * Von heilkräftigem Quellwasser. * Von spielenden Nixen und Wasserelfen. * Langsam erwachst du aus deinem Traum. * Du reckst und streckst dich. Du kommst wieder zuhause in deinem Zimmer an.

©zissa

Mittwoch, 3. August 2011

Spindel, Weberschiffchen & Nadel {Beltaine Märchen}

 
Es war einmal ein Mädchen, dem starb Vater und Mutter, als es noch ein ganz kleines Kind war. Am Ende des Dorfes wohnte in einem Häuschen ganz allein seine Pate, die sich von Spinnen, Weben und Nähen ernährte. Die Alte nahm das verlassene Kind zu sich, hielt es zur Arbeit an und erzog es. Als das Mädchen fünfzehn Jahre alt war, erkrankte sie, rief das Kind an ihr Bett und sagte: „Liebe Tochter, ich fühle, dass mein Ende herannaht, ich hinterlasse dir das Häuschen, darin bist du vor Wind und Wetter geschützt, dazu Spindel und Weberschiffchen und Nadel, damit kannst du dir dein Brot verdienen.“ Sie legte die Hände noch segnend auf ihren Kopf und sprach: „Behalte die Göttin im Herzen, so wird es